Peter Beer – Von Innen nach Außen Bock aufs Leben

Peter ist Autor mehrerer Sachbücher, Coach und bietet als Unternehmer Vorträge und Seminare zu unterschiedlichen Themen an. Vor allem im Bereich Achtsamkeit, Resilienz und Stressbewältigung. Sein Wissen und seine Ideen teilt er auf seinem Podcast und neuerdings auch auf einem Youtube-Kanal. Er selbst studierte zunächst Ingenieurwissenschaft, was ihn jedoch nicht erfüllte. Deswegen führte ihn sein Weg zum Studium der Psychologie, in dem er auch das erste Mal mit dem Thema Hochsensibilität in Berührung kam.

 

 

Ich bin super happy, dass mir Peter Beer ein paar Fragen beantwortet und sich unter dem Motto #besensitivebeyou ganz ausführlich zum Thema Hochsensibilität, Achtsamkeit und einem erfüllten und reflektierten Leben äußert.

Aber lang genug geschnackt, hier erfahrt ihr viel mehr über Peter: live, in Farbe und in ganz echt!


 

Wann bist du das erste Mal mit Hochsensibilität in Berührung gekommen?

Das ist eine spannende Frage, weil Hochsensibilität kann man ja selbst als Person erstmal gar nicht kategorisieren, wenn man keine Informationen dazu hat. Das bedeutet, man nimmt sich als Mensch einfach so wahr wie man ist und glaubt, jeder Mensch ist irgendwie genauso oder ähnlich. Oder man denkt irgendwie, ich bin komplett anders wie jeder andere. Also diese zwei Optionen gibt es und ganz viele Farben dazwischen. Wie ich mit dem Begriff Hochsensibilität das erste Mal in Berührung gekommen bin, war tatsächlich im Studium meiner Psychologie. Also ich war früher mal Ingenieur, dann habe ich doch sehr anspruchsvolle Zeiten erlebt, habe gemerkt, ne, das ist nicht meine Berufung. Habe es dann abgebrochen und habe dann Psychologie studiert. Und da bin ich tatsächlich das erste Mal mit Hochsensibilität in Berührung gekommen und habe das mehr gelernt und mehr dazu erfahren und das war auch diese Phase für mich, wo ich viel meditiert habe, viel über die menschliche Psyche kennengelernt habe, gemerkt habe, dass die Wahrnehmung von verschiedenen Menschen komplett unterschiedlich ist. Dass viele die Welt einfach, ja im wahrsten Sinne, mit ganz anderen Augen sehen und ganz anders fühlen und ganz anders wahrnehmen, was mir vorher gar nicht bewusst war.

 

Bist du hochsensibel?

Auch wieder eine spannende Frage. Ich habe mich am Anfang sehr gewehrt gegen die Begrifflichkeit. Denn ich war mir eines vollkommen bewusst, und zwar, wenn wir uns so ein Label geben, dann kaufen wir oft alle Symptome mit ein. Das heißt, wenn wir sagen, okay, ich bin hochsensibel und bin X Y Z und dies erkennen wir bei uns, dann neigen wir als Menschen gern dazu, ja dann muss ich das auch noch sein und das auch noch sein und das auch noch sein, nur weil es der Ratgeber einem sagt. Also am Anfang habe ich mich ganz stark gegen die Begrifflichkeit gewehrt, weil ich einfach gedacht habe, das bringt mich nicht weiter. Ich will schauen, okay, was belastet oder was ist eine große Herausforderung ganz konkret in meinem Alltag und was kann ich da tun oder wie kann ich damit umgehen. Anstatt zu sagen, okay, ich bin hochsensibel. Jetzt nach einigen Jahren Erfahrung muss ich sagen, habe ich diese Gabe fast schon kultiviert, vor allem in der Meditation, weil ich in meinen Coachings gemerkt habe, es ist sehr förderlich dem Menschen noch mehr zu spüren und nicht nur in meinem Coachings in Arbeiten mit den anderen Menschen, sondern auch für mich ganz persönlich. Dass ich gewagt habe, mich wieder zu spüren. Also, mir gegenüber wieder sensibel mir zu sein. Weil wie ich damals noch Ingenieur war, da neigt man gerne dazu, dass man sich am Hals abwärts abschneidet, dass man die Dinge einfach durchzieht, macht, versucht irgendwie zu funktionieren, aber nicht dem Raum gibt, was der Körper einem sagt. Und dort muss ich jetzt sagen, dass ich mittlerweile sehr sensibel bin, aber jetzt auch sehr gut damit umgehen kann, also es auch sehr genieße.

 

Dein Podcast heißt „Vom Normalo zum Hochsensiblen“ und wie du es auch werden kannst. Kann man wirklich hochsensibel werden?

Ich bin 100 Prozent davon überzeugt. Natürlich kann ich es werden. Da braucht man sich nur mal zehn Tage in einen Meditationssessel setzen oder 14 Tage oder 20 Tage oder manchmal reichen auch drei Tage. Und man merkt, wie sich die ganzen Sinne öffnen. Wie die ganzen Filter immer mehr heruntergefahren werden. Wie du sensibler gegenüber dir wirst und sensibler gegenüber anderen Personen wirst. Wie du viel mehr Dinge wahrnimmst, viel intensiver wahrnimmst. Die ganzen Sinneseindrücke sind viel, viel stärker. Also, von dem her, ist es eine wahrnehmbare Veränderung, wenn man länger meditiert oder in die Stille geht, weil dadurch, je stiller es wird, desto feinfühliger werden alle Sinne. Und je stiller es wird, desto feinfühliger. Und das führt zu einer starken Sensibilität. Ich schreibe dann, dass man sich nicht als hochsensibel bezeichnen soll. Ich glaube, das habe ich mit der Frage vorhin schon mal beantwortet. Dass ich es manchmal schwierig finde, weil wenn ich sage, ich bin hochsensibel, dann ist es schon einmal ein Fehler in dem Satz, weil ich bin, nicht stimmt. Du bist nicht hochsensibel, sondern du hast ein Verhalten. Menschen sind nicht, sondern wir Menschen verhalten uns. Oder wir haben gewisse Eigenschaften, aber es hat noch lange nichts mit dem zu tun, was wir sind. Das Problem ist, wenn ich immer dieses, ich bin, daraus mache, dann identifiziere ich mich. Dann schaffe ich meine Identität aus den Dingen, was unter Hochsensibilität verstanden wird. Und dadurch schaffe ich es nicht mehr, mich zu verändern, wenn ich mich gerne verändern möchte. Das heißt, wenn du sagst, ich bin, dann ist das ein fester Zustand, etwas Statisches. Wenn ich aber dagegen sage, ich verhalte oder ich zeige dieses Verhalten oder ich bin dort in dem Bereich sehr sensibel, dann kann ich sagen, okay, wie gehe ich damit um. Und das ist der Unterschied. Darum halte ich in keinem Bereich was davon, wenn ich sage, ich bin. Weil es von der Aussage her schonmal falsch ist.

 

Inwiefern ist Achtsamkeit besonders für Hochsensible wichtig?

Ja, also, Achtsamkeit ist ja für mich, ein großes und breites Spektrum und es beginnt mit einem Bereich und das ist, wo man sich selbst kennenlernt. Also, eine innere Emanzipierung, wo ich sage, ich fange an, mich zu erforschen und lebe dadurch jeden Tag ein Stück mehr menschgerechter. Oder auch, wie soll ich sagen, wesentlicher. Also dem eigenen Wesen entsprechend. Das sagt, ich emanzipiere mich dahingehend, zu sagen, was tut mit gut und was tut mir nicht gut. Weil oft ist es ja so, dass wir dann denken, wir müssen unbedingt so funktionieren wie X Y, wie der Kollege, wie die Kollegin. Oder wir müssen das können und das können. Unsere Gesellschaft, unsere Leistungsgesellschaft, unsere Konsumgesellschaft redet uns das ja auch dauernd ein und dann sitzen wir hier da und sind hochsensibel oder spüren mehr und denken, ich kann das nicht in dieser Art und Weise. Und Achtsamkeit ist da für mich zum Beispiel, das innere Kennenlernen, dieses Wahrnehmen, was eigentlich wirklich meine Bedürfnisse sind. Und nicht nur das Wahrnehmen, sondern auch das drauf hören. Das ist dann diese Emanzipation oder geht damit einher. Natürlich ist es in Wahrheit ein Aspekt, der auch enorm wichtig ist. Beispielsweise, wenn ich sage, wie gehe ich mit meinem Gedanken um, wie gehe ich mit diesen Gefühlen, die ich so stark spüre, um. Da gibt es diesen achtsamen Weg und das ist ein sehr friedvoller, ein sehr harmonischer Weg, der perfekt zur Hochsensibilität passt. Die beiden Dinge Hand in Hand und es ist sogar so, dass sich hochsensible Menschen diese Fähigkeit noch viel schneller aneignen können, als der, ich sage jetzt mal, gewöhnliche Mensch.

 

Hochsensibilität ist eine Gabe, weil…

Für mich ziemlich einfach, weil du von Haus aus bereits mehr spürst, weil du dich fühlst. Das würden jetzt viele sogar als Nachteil sehen, weil ich ja dann nicht so funktionieren kann, weil ich ja dann nicht in der Gesellschaft meinen Mann oder meine Frau stehen kann. Weil ich empfindlicher bin, Y Y Z. Aber die Sache ist doch die, die Leute, die das können, wo bringt die das meistens hin? Schau die ganzen Manager an, die ausbrennen, schau die ganzen Menschen an, die nicht mehr wissen wie es weitergeht. Wenn wir den Deutschen Stressreport anschauen, dann sind es dramatische Zahlen, wenn ein Drittel der Deutschen Arbeitnehmer psychische Belastungserscheinungen zeigen. Und ich habe so viele Menschen in meinem Coachings, die sich Hals abwärts nicht mehr spüren. Die versucht haben, ihr Leben nur rational zu begreifen und irgendwann dann gemerkt haben, die sind tot unglücklich, tot traurig. Fühlen sich ausgebrannt, fühlen sich leer, weil sie sich nie gefühlt habe. Aber Leben ist fühlen. Leben ist spüren und die Gabe habt ihr von vorne herein mehr.

 

Hochsensibilität bremst, weil…

Das ist jetzt ganz, ganz spannend. Ich würde hier nämlich differenzieren. Weil die meisten würden dieses, bremst weil, dann mit etwas ergänzen, was die Gesellschaft gern für erachtenswert hält. Bremst, weil ich nicht so Karriere machen kann, weil X Y. Und ich, es kann natürlich sein, dass man sagt, ich habe so einen Herzenswunsch, den ich mir gerne erfüllen würde, aber da ist diese Sensibilität ein kleines Hindernis. Dann kann es natürlich eine Herausforderung sein, eine besondere Herausforderung. So wie es für jemanden ist, der halt, jetzt überspitzt gesagt, mit einer Behinderung auf die Welt gekommen ist. Zum Beispiel mit nur einem Arm, es schwierig hat in dem Alltag klar zu kommen, aber das bedeutet noch lange, dass der nicht ein perfekt glückliches Leben leben kann. Es ist manchmal eine größere Herausforderung, aber wenn man diese Herausforderung meistert, geht man daraus gestärkt hervor, glücklicher hervor, bereichert das Leben ungemein. Von dem her kann das manchmal kurzfristig als Bremse erscheinen, aber langfristig sein Leben so sehr bereichern. Es ist immer noch ein schönes Geschenk.

 

Was ist deine Erfahrung mit Hochsensiblen im Coaching?

Spannender Weise habe ich relativ wenig Hochsensible bei mir im Coaching. Bei mir kommen immer eher die Manager, die sich nicht mehr spüren. Die Leute, die es zu lang getrieben haben. Ich habe leider, ich habe ein, zwei Coaching-Klienten, die wirklich sehr sensibel waren und mit denen konnte ich sehr schnell in die Tiefe gehen. Mit denen konnte ich sehr schnell an Dingen arbeiten, wo ich beim anderen ewig brauchte, um dort ran zu kommen. Das sind meine Erfahrungen im Coaching damit. Aber da muss ich sagen, da habe ich leider nicht genügend Hochsensible gehabt. Ich würde mich super freuen, über Menschen mit dieser Sensibilität, weil das Arbeiten da richtig, richtig Freude bereitet.

 

Beruf oder Berufung?

Definitiv Berufung. Also definitiv. Da gibt es für mich keinen Unterschied mehr zwischen privat und Arbeit, zwischen ich, tu jetzt mal meinem Job. Das ist für mich ein Leben. Ein großes Ganzes und von dem her, definitiv Berufung. Und ich würde sogar mehr als Berufung sagen, sondern es ist mein Leben, einfach. Mein Leben. Da gibt es keine Trennung mehr, weil ich alles von Herzen gern dort mache. Und natürlich gibt es auch Tage, wo Dinge da sind, die gemacht werden müssen, jetzt in Anführungszeichen. Ich benutze das Wort müssen ganz bewusst. Und auch die kann man achtsam und bewusst tun. Und dann erscheint es einem manchmal wie ein Beruf, aber das sind die wenigsten Tage. Das meiste davon ist eine riesige Freude. Aber die Steuer muss natürlich auch gemacht werden.

 

Was verbindest du mit dem Begriff Scanner und Synästhesie?

Ja, das ist auch eine spannende Herausforderung und da habe ich meine eigene Meinung und die ist ein bisschen differenzierter. Und ich hoffe, damit trete ich niemanden auf den Fuß. Denn es gibt natürlich immer eine gewisse Grundveranlagung und dann gibt es einen Konditionierungsprozess und einen Sozialisierungs- und Prägungsprozess, den wir alle durchlaufen sind. Und wir dürfen dort das eine mit dem anderen nicht verwechseln. Das heißt, nur weil wir jetzt einfach 20, 30, 40 Jahre auf eine gewisse Art und Weise im Endeffekt trainiert wurden, durch die Gesellschaft unbewusst, durch die Eltern, durch die Sozialisierung, Konditionierung, dieser ganze Prägungsprozess und dann jetzt dasitzen und das Gefühl haben, wir sind solche Scanner, die viele Dinge begeistern, aber bei nicht bleiben können und dann sagen können, okay, ich bin jetzt ein Scanner, aber vergessen, dass wir uns dort vielleicht auch hintrainiert haben. Weißt du, wenn ich sagen würde, ich bin Scanner, heißt es, okay, ich bin´s, fertig, Label drauf und ich verändere es nicht mehr. Wenn ich es dagegen aber als Prozess erkenne und wir Menschen sind ein Prozess. Wir sind nichts, wir sind ein ständig veränderndes Wesen, alle zwei Jahre ist jede Zelle unseres Körpers neu. Jede Sekunde sterben Millionen Zellen und neue kommen dazu. Du warst vor diesen Worten nicht die Person, die du jetzt bist. Weil du neue Informationen, neue neuronale Verknüpfungen, gewonnen hast. Wir unterliegen ständig dieser Veränderung. Und wenn wir aber wieder sagen: ich bin Scanner oder ich bin X Y, dann möchten wir an etwas festhalten. Ich bin eine Konstante in einer veränderbaren Welt. Aber wir sind genauso veränderlich, wie alles andere auf dieser Welt. Und beim Begriff dieses Scanners… Das ist wirklich schwierig, weil wir in einer Gesellschaft leben, wo wir uns abtrainiert haben, bei Dingen zu bleiben. Wo wir uns abtrainiert haben, Dinge durchzuhalten. Wir sind wirklich darauf trainiert worden, gerade durch die Medien, die modernen Medien, die sozialen Medien, dass wir ständig diese kleinen Glücksmomente bekommen. Das heißt, es konnte wissenschaftlich gezeigt werden, wenn wir SMS beantworten, gibt es einen kleinen Endorphine-Ausschuss, wenn wir einen Tweet absetzen oder für Facebook-Nachrichten einen Like bekommen, kleiner Endorphine Ausstoß. Wenn wir ein Video anschauen, Informationen bekommen, kleiner Endorphine Ausstoß. Das ist ganz spannend. Wir bekommen quasi ständig diese kleinen Endorphine-Stöße und unser Gehirn wird davon süchtig. Um manche Dinge im Leben zu verankern, braucht es einfach Muße, braucht es Zeit, braucht es Disziplin. Und diesen Begriff mögen schon viele nicht mehr. Auch zum Beispiel ein achtsames Leben zu führen braucht einfach kontinuierliches Training. Aber unser Gehirn ist trainiert auf diese schnellen Impulse, diese schnellen Endorphine-Spitzen und dadurch, wenn es dann hart wird. Wenn wir dann durchhalten, also hart in Anführungszeichen, wenn das Durchhaltevermögen gefordert ist, sind wir es einfach nicht mehr gewöhnt, weil wir es nie trainiert haben. Und dann, wenn ich natürlich in dieser Phase sehe, oh, ich bin ein Scanner, ich kann ja nichts dafür, raube ich mir die Möglichkeit, mich zu verändern. Es ist nämlich folgendermaßen: Denn glückliche Beziehungen brauchen ein gewisses Durchhaltevermögen. Seinen Beruf zu einer Berufung zu machen oder ein Business aufzubauen, braucht einfach Durchhaltevermögen. Diesen inneren Frieden zu finden, braucht einfach Durchhaltevermögen. Die meisten Dinge, die einen wirklich erfüllen, brauchen Zeit, brauchen gewisses Durchhaltevermögen und das dürfen wir einfach wieder lernen. Also, von dem her, ihr merkt, ich bin nicht der Freund von Begrifflichkeiten, sondern eher von einer individuellen Betrachtung.

 

Hochsensibilität und Beziehungen?

Ja, kann eine Herausforderung sein, vor allem, wenn der Partner nicht sehr reflektiert ist. Wenn man aber sehr offen damit umgeht, eine sehr gesunde Beziehung führt, klappt es super. Ich kann schwer dazu was sagen, weil ich natürlich auch kein Beziehungsexperte bin. Ich führe eine sehr, sehr, sehr harmonische und glückliche Ehe und ich wünsche es auch nur jeder hochsensiblen Person einen Mann mit Verständnis zu finden und ich meine diese Sensibilität kann ja auch eine Beziehung unglaublich bereichern, wenn es gepaart ist mit einer gesunden Kommunikation und die kann man auch lernen.

 

Dein Ziel mit deiner Webside/deinem Blog/deinen Podcasts?

Mein Ziel ist ein ziemlich simples: Ich möchte ein bisschen mehr Bewusstsein in die Gesellschaft bringen. Dieses Bewusstsein beginnt damit, zu versehen, wie wir eigentlich ticken. Wie unser Gehirn funktioniert, wie wir zu der Person geworden sind, die wir sind. Das geht dann weiter über, hey, ich finde heraus, was mir wirklich wichtig ist. Ich finde heraus, wer ich bin und das ist eine große Frage. Ich finde heraus, was mir gut tut. Und dieser innere Prozess, dieses achtsame Bewusstsein schaffen, geht irgendwann dann mal von innen nach außen, dass ich dann anfange, ich lebe mein Leben bewusster. Ich folge immer mehr dem, was mir gut tut. Ich finde ja vielleicht auch mehr und mehr meine Berufung. Es ist eine Emanzipierung. Es ist ein achtsames Leben. Es ist ein bewusstes Leben und dadurch eine innere Reise und dann automatisch eine Reise im Außen und dadurch bereichert man halt nicht nur sein eigenes Leben. Es ist ein spannendes. Sondern man inspiriert und bereichert auch sein Umfeld. Es wird harmonischer. Es wird friedvoller. Es wird lustiger. Es wird freudvoller. Das Leben wird wieder leicht. Das Leben ist wieder dann das, was es eigentlich sein soll, so ein schöner Tanz, ein schönes Spiel, ein schönes Musikstück. Das ist das Leben und da dürfen wir wieder Stück für Stück zurückkommen. Das ist Mission. Das ist das Ziel meines Podcasts. Das ist das Ziel meines neuen YouTube-Projekts. Das ist Ziel meiner Achtsamkeits-Akademie. Das ist Ziel meiner Coachings. Es ist Ziel meiner Seminare. Es ist das Ziel, dass wir morgens wieder mit einem Lächeln aus dem Bett aufwachen. Es ist das Ziel, dass wir wieder Bock auf das Leben haben. Es ist Ziel, dass wir lernen den Moment zu genießen. Denn in jedem Moment steckt so enorm viel drinnen und das wünsche ich jedem. Genau.

 

In diesem Sinne: #danke und vor allem #besensitivebeyou!

2 Antworten
  1. Simon
    Simon says:

    Sehr nachvollziehbares Interview für mich. Vor allem der Teil, dass wir uns nicht etikettieren sollen und lassen sollten.

    „Das Problem ist, wenn ich immer dieses, ich bin, daraus mache, dann identifiziere ich mich. Dann schaffe ich meine Identität aus den Dingen, was unter Hochsensibilität verstanden wird. Und dadurch schaffe ich es nicht mehr, mich zu verändern, wenn ich mich gerne verändern möchte. Das heißt, wenn du sagst, ich bin, dann ist das ein fester Zustand, etwas Statisches. Wenn ich aber dagegen sage, ich verhalte oder ich zeige dieses Verhalten oder ich bin dort in dem Bereich sehr sensibel, dann kann ich sagen, okay, wie gehe ich damit um.“

    Ich habe mich auch schwer damit getan zu sagen ich bin es oder bin es nicht und er hat Recht. Mir wurde es tatsächlich durch seine Worte klarer. Wir sind in einem ständigen Veränderungsprozess und haben diese oder jene Eigenschaften oder Fähigkeiten , die einem Wandel unterworfen sind bzw. sich im Wandel befinden und auch beeinflusst werden können.
    [Möglicherweise schlagen auch einige aus dem Thema Kapital und geben uns gerne diesen Stempel um uns dann mit einer Art Diagnose behandeln zu können. Ich unterstelle nicht gerne etwas aber ich bin da immer sehr vorsichtig, weil aus vielem versucht wird Geld herauszuschlagen. Sei es, ich schreibe nun mal ein Buch über das Thema Hochsensibilität oder gebe ein Webinar und Workshop nach dem Anderen.]

    Den Teil, den er über die Leute schreibt die sich nicht mehr spüren, finde ich sehr spannend. Ich komme jetzt mal zum Thema Schule. Ab der Oberstufe hatte ich das Gefühl, die Leute um einen herum werden sachlicher, schieben ihre Emotionen eher zur Seite, „wollen Erwachsen werden“. Mich hatte das damals schon sehr irritiert und ich als gefühlsbetonter Mensch, konnte damit eher wenig anfangen und fühlte mich mit diesem Sinneswandel überhaupt nicht wohl. Ich litt regelrecht darunter. Für mich ist es eine Art der Konditionierung, die die Kinder/Jugendliche und Erwachsene in einer Richtung treibt die ihnen letztendlich nicht gut tut. Eine gewissse Zeit geht es gut, über den Erfolg wird das Belohnungszentrum angesprochen aber viele wichtige Bedürfnisse werden gar nicht oder kaum genährt. Der Verstand also der Kopf wird trainiert und das Herz und die Hand bleibt vor allem auf dem Gymnasium rudimentär außen vor, als ob wir reine Geistes oder Verstandeswesen wären.
    Leistung, Fortschritt und Wachstum ist das Credo, was die Schulen brav im Sinne einer kapialistischen Gesellschafts- und Weltordnung ausführen. Tut mir leid, dass ich hier politisch werde aber ich versuche das Ganze immer im Gesamtkontext zu sehen und da Peter Beer im Interview die sich nicht mehr spürenden Manager anspricht, ist es hier glaube nicht die falsche Stelle.

    Liebe Grüße!

    Antworten
    • sensibelreisen
      sensibelreisen says:

      Lieber Simon,

      schön, dass du Peters Worte spannend findest. Vor allem unsere ständige Veränderung sollte uns doch sehr bewusst sein. Und da sollte man natürlich auch mit den Dingen vorsichtig sein, die uns dabei nicht unterstützen. Aber vielleicht gilt es genau dort noch einmal genauer hinzuschauen. Dabei sollte man natürlich mit willkürlichen Angeboten vorsichtig sein. Aber wahrscheinlich dabei einfach auf dein Bauchgefühl hören?
      Zum Thema Schule: Ich würde es vielleicht nicht so stark verallgemeinern? Aber es muss sich etwas verändern und das tut es gerade ja auch. Und glücklicherweise kann man heutzutage unter vielen Schulen und Schulformen unterscheiden.

      Liebe Grüße
      sensibelreisen

      Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.