Ronja Menzel und die Generation Y

Ich selbst gehöre zur Generation Y und fühle mich Ronjas Worten sehr nah. Sie selbst wollte einen Ort schaffen, an dem sie sich besser verstanden fühlt und wo sie auch für andere Generation Yler eine Inspiration sein kann. Deswegen hat sie ihren Blog „Generation Y“ gegründet!

Lasst euch von Ronjas Worten beflügeln und ermutigen euer eigenes Leben zu führen, so wie ihr es braucht.

#besensitivebeyou!!

 

Dein Steckbrief:

Ronja wollte nach ihrem Master in Germanistik vor allem eins: schreiben. Seit einem Jahr tut sie dies vor allem für andere, da sie sich als Texterin und Virtuelle Assistentin selbstständig gemacht hat, um langfristig zeit- und ortsunabhängig arbeiten zu können. Die Idee zu ihrem eigenen Blog Generation Y (auch bei Facebook und Instagram zu finden) kam ihr schon vor mehreren Jahren, allerdings konnte sie erst nach langem Überlegen den Schweinehund besiegen und ihn online stellen. Dort geht es vor allem um den Umbruch einer neuen Arbeitswelt, aber auch viel um Persönlichkeitsentwicklung. Die großen Fragen auf dem Blog: Warum ist unsere Generation oftmals so unglücklich, so rastlos und so verloren, obwohl ihr doch scheinbar alle Türen offenstehen?

Dein Symbol/Bild/Farbe/Zeichen/Zahl:

Puh, ehrlich gesagt habe ich keins. Im Casino setze ich auf die Zahl 3, weil ich am 3ten Geburtstag habe. Einmal habe ich so ganze 80€‚¬ gewonnen 

Was macht die Generation Y aus?

Unsere Generation hat keine Sorgen. Eigentlich. Wir leben in einer Welt, in der uns alle Türen offenstehen. Erstmalig können wir arbeiten, wo wir wollen, wann wir wollen und ob wir wollen. Wir können nach Belieben und so lange wir wollen studieren und uns auch tausendmal umentscheiden, ohne wirkliche Nachteile zu befürchten. Unser großes Glück liegt meist nur einen Mausklick entfernt, nämlich der „Buchen-Button“. Wir sehen die abgelegensten Orte, können in die fremdesten Kulturen eintauchen und gleichzeitig mittels Smartphone mit der Heimat und Freunden so verbunden bleiben, als wäre man nur nebenan.

Trotz all dem, fühlt sich die Generation Y oftmals verloren.

Denn aufgrund all der Möglichkeiten lastet ein großer Druck auf ihr. Der Druck sich für etwas zu entscheiden. Sich festzulegen im Dschungel der Chancen. Deshalb fällt es ihr auch so schwer einen Partner zu finden, zu halten und einen Job auszuwählen, denn hinter jeder Ecke könnte ja noch etwas Besseres liegen.

Inwiefern bist du ein typisches Kind dieser Generation?

Einerseits natürlich aufgrund meines Geburtsdatums. Geboren in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern, gehört man der letzten Generation an, die ihre Kindheit noch analog verbracht hat, ohne Handy, Computer und Co. Während der Jugend wuchsen wir langsam in das digitale Zeitalter hinein – mit SMS schreiben, YouTube und vor Facebook noch Lokalisten und StudyVZ 

Daher sind wir die einzige Generation, die noch „beide Lebensstile“ kennt und erleben den Umbruch zur Digitalisierung in unserer prägendsten Phase: unserer Jugend.

Andererseits kann ich mich voll mit der Haupt-Problematik der Generation Y identifizieren: Ich bin extrem entscheidungs-UN-freudig und hatte lange, lange Zeit keinen Plan, was ich aus meinem Leben machen soll.

Wie sieht dein klassischer Arbeitsalltag aus?

Zurzeit arbeite ich Teilzeit drei Tage die Woche in meinem alten Studentenjob, um mir die teure Krankenversicherung als Freiberuflerin zu sparen. Langfristig hoffe ich, irgendwann so gut von der Selbstständigkeit und eigenen Projekten leben zu können, dass Geld keine Rolle mehr spielt.

Als freiberufliche Texterin sieht mein Arbeitsalltag ziemlich unterschiedlich aus, je nachdem ob ich gerade einen großen Auftrag habe, arbeite ich schon mal bis spät in die Nacht. Meistens jedoch mit dem Laptop auf dem Schoß von der Couch aus 

Was bedeutet für dich Freiheit?

Es gibt zwei Arten von Freiheit für mich. Einmal die finanzielle Freiheit. Sie bedeutet für mich, nicht im Luxus zu schwelgen, aber zumindest so frei zu sein, dass ich nicht überlegen muss, kaufe ich jetzt den günstigeren Joghurt oder doch lieber den 20 Cent teureren und auch nicht überlegen zu müssen, wenn ich eine neue Jacke brauche. Toll wäre es natürlich für diese Art von Freiheit, meine Tage nicht in einem unliebsamen Job fristen zu müssen.

Die andere Art von Freiheit ist die im Kopf. Frei zu sein von dem Drang, den Erwartungen anderer entsprechen zu wollen. Frei sein vor der Angst, dass mein Umfeld mich und meine Entscheidungen kritisiert. Frei von Furcht, was die anderen über mich denken. Diesen Zustand habe ich leider noch nicht ganz erreicht. Es nervt mich immer noch tierisch, wenn Leute mich fragen, was ich den beruflich mache und dann komisch reagieren: „Davon kann man leben?“ „Willst du nicht irgendwann mal was Richtiges machen?“ „Und, was ist mit Rente“ Ich hoffe wirklich, dass ich irgendwann so cool bin und es mich gar nicht mehr stört.

Wie steht das Reisen und die Generation Y im Zusammenhang?

Wie ich oben schon erwähnt habe, ist das Reisen das größte Glück unserer Generation. Im Grunde können wir überall hin, wo wir wollen. Wir nehmen es fast schon als zu selbstverständlich. Ich denke im Laufe der Jahre, wird das noch weiter zunehmen, denn immer mehr Menschen haben den Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten und verbinden das Reisen mit der Arbeit. Mitunter ein Grund, warum wir beim Reisen so glücklich sind, ist sicherlich auch, dass wir dort (dank schlechtem Wifi) nicht ununterbrochen erreichbar sind.

Dein Ziel mit deinem Blog?

Das Ziel mit meinem Blog ist es, Menschen anzusprechen, die genau wie ich, oft hin und hergerissen sind mit ihren Gefühlen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.

Menschen, die sich mit ihren Sorgen – Was soll ich nur machen? Wie soll ich mich entscheiden? Wie soll meine Zukunft ausschauen? Wie soll ich herausfinden, was ich vom Leben will? – allein fühlen, es aber nicht sind. Denn wir sind alle überfordert, uns in dem Dschungel der tausend Möglichkeiten zurechtzufinden. Mein Blog soll der Generation Y klarmachen, dass sie nicht alleine ist und dass die Antwort auf all unsere Sinnfragen in uns selbst liegt und nicht im Außen zu finden ist. Sich selbst wieder vertrauen, seine eigene Stimme wahrzunehmen und auch standhaft vor der Gesellschaft, die uns in alte Schemen pressen will, zu vertreten.

Inwiefern spielt Hochsensibilität für dich eine Rolle?

Ehrlich gesagt eine nicht so große. Zunächst fühlte ich mich auch angesprochen von dem Hype, der da letztes Jahr über uns geschwappt ist, allerdings denke ich, es ist bei den meisten zu vorschnell diagnostiziert. Meiner Meinung nach ist Persönlichkeitsentwicklung und das Beschäftigen mit sich selbst, in den letzten Jahren zum absoluten Mega-Trend geworden. Gefühlt ist plötzlich jeder hochsensibel, der Gefühle hat, jeder möchte Coach werden und alle Frauen setzen die Pille ab. Was ich übrigens auch gemacht habe Anfang letzten Jahres und seitdem tatsächlich (oder eingebildet) viel weniger nah am Wasser gebaut bin. Seitdem fühle ich mich viel ausgeglichener und nicht mehr so leicht reizbar. 

Was haben Hochsensibilität und die Generation Y gemeinsam?

Beides sind Trendthemen.

Wir sind eine Generation, für die (natürlich pauschalisiert) Themen wie Politik und Religion eine nicht mehr so große Rolle spielt. Die Generation Y kreist vielmehr um sich selbst und beschäftigt sich immens mit ihrem eigenen Wohlbefinden aber auch ihren Wehwehchen und ihrem „Lost-Gefühl“. Alles stark zu fühlen und stark wahrzunehmen ist ein Zeichen unserer Zeit, in der Selbstverwirklichung statt Probleme im Zentrum für uns steht.

Beruf oder Berufung?

Berufung! Ich denke, ich werde nie fest angestellt 9to5 arbeiten. Dafür verzichte ich auf einige Sicherheiten, wie vor allem ein festes, hohes Einkommen. Dafür gewinne ich aber die größte Freiheit: Zeit. Jede Woche so viele Stunden, in denen ich mich mit Dingen beschäftigen darf, die mich interessieren.

Deine nächsten Ziele?

Fürdieses Jahr habe ich mir drei große Ziele gesetzt

  1. mehr Sport zu machen.
  2. ein Buch zu schreiben.
  3. bessere Beziehungen zu führen.

Dann habe ich mich gefragt, warum ich mir eigentlich genau diese Ziele setze und herausgefunden, dass ich vor allem (Ziel 1 & 2) etwas durchziehen möchte, Erfolg haben möchte, unabhängig und finanziell frei werden möchte. Ziel 3 habe ich gewählt, da ich weniger wegen anderen traurig sein möchte. Diese Gründe motivieren mich, am Ball zu bleiben.

Dein größter Wunsch?

Das alle Menschen aufwachen und erkennen, wie verrückt unser System ist. Wir arbeiten tagein taugaus in Jobs, die uns keinen Spaß machen, um Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen, um mit Menschen mithalten zu können, die wir nicht mögen. Wir haben aber nur ein Leben. Es ist so kostbar, dass ich keine einzige Minute mit Tätigkeiten verschwenden möchte, die mir keine Freude bereiten. Ich möchte mich nicht in einem andauernden Wartezimmer befinden, auf den Feierabend, das Wochenende oder den nächsten Urlaub. Und ich möchte, dass keiner das muss! Natürlich kann sich nicht jeder selbstständig machen, aber wir sollten nicht nur des Geldes wegen irgendwo arbeiten, wo es uns nicht gefällt. Und nicht nur, weil man das eben so macht oder die Gesellschaft das von einem erwartet. Zum Beispiel finde ich es traurig, dass es negativ bewertet wird, wenn man nur Teilzeit arbeitet. Dann hat man zwar weniger Geld, dafür aber mehr Freizeit. Ich finde diese Entscheidung einleuchtend als auch bewundernswert und gar kein bisschen komisch.

Das möchtest du mir noch sagen:

Das Schönste an Hochsensibilität ist wohl die Fähigkeit, sich zu spüren und aus vollem Herzen zu fühlen! Jeden Moment, jede Sekunde, jeden Atemzug. Das Leben zu lieben. Zu genießen. Dankbar zu sein und jeden Tag unser größtes Geschenk zu schätzen: unsere Gesundheit. Zu wissen, wir haben nur dieses eine Leben und unsere Zeit ist begrenzt. Also tu, was du liebst aber lieb auch, was du tust.

In diesem Sinne: #danke und vor allem #besensitivebeyou! Denn es lohnt sich!

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